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| Autor: | Pfombo | ||
| Datum: | 01.12.24 11:14 | ||
| Antwort auf: | Re:Alter, schon wieder? Denkt doch mal selbst! von Random_H | ||
>>Joa, da würde ich nicht widersprechen, und mich persönlich juckt's ja auch nicht groß, wer Man-at-Arms spielt. >>Doch wie ich versucht habe darzulegen, gewinnt man durch diesen Move nichts, eher glaube ich, dass es mal wieder schadet. Und zwar aus dem Grund, weil Konservative (nicht zu unrecht) eine Ideologie dahinter sehen. > >Moin, > >Du sagst es ja selbst: Persönlich juckt es die Wenigsten und natürlich kann das oft plump und belehrend wirken. Aber da hört's eigentlich auch auf, oder? Im Vakuum würden normal aufgeschlossene Leute wie du und ich diese Plumpheit und das Belehrende zwar zur Kenntnis nehmen, aber keinen Schlaf darüber verlieren (geschweige denn Tausende Worte in Internetforen wie wir jetzt:)). Dass wir das machen, halte ich für extrem wichtig. Denn man sieht ja ganz offensichtlich die Meinungsverschiedenheiten in der Gesellschaft, sie sind einfach da. Diese nicht zu besprechen ist die Wurzel von all dem Scheiß. Man sollte - auch wenn's wegen des aufgeheizten Diskursklimas sauschwer fällt - das Gefühl des "Gegners" respektieren oder zumindest versuchen, es zu verstehen. Bleiben wir beim MotU Beispiel: Wenn jemand sich daran reibt, dass MaA nun schwarz wird, sollte man aufrichtig Interesse an dem Grund dafür zeigen. Ist es wirklich Rassismus? Oder könnte es nicht tatsächlich so sein, dass dieser Jemand die Absicht dahinter entweder als erzwungen oder als leichte Respektlosigkeit dem Quellmaterial ggü empfindet? Wenn sich jemand die Mühe macht, seinen Standpunkt möglichst sachlich zu vertreten, dann ist es ihm einfach ein wichtiges Anliegen, und dieses nicht zu respektieren, führt zur Diskursverhärtung. Andersrum genauso: Würde dieser jemand sagen "Ich fands schon immer gut, dass MotU komplett weiß war, weil ich Schwarze nicht mag", naja, dann ist das eben auch respektlos und diskriminierend, und da is der Diskurs dann auch vorbei. Wenn ich Deashcores Beiträge hier lese, hab ich erst mal Respekt vor seiner Wut. Ihm geht das Thema aufn Sack, und das ist nachvollziehbar. Aber sich aus der respektvollen Diskussion zu verabschieden, wird die Wut nicht verschwinden lassen. Und wie geht's weiter? Sollen alle, die nicht seiner Meinung sind, sterben? Das is ne Sackgasse. Ehrliches, aufrichtiges Interesse an der Gegenseite zu zeigen, ist das einzige, was hilft. Und das heißt nicht, dass man ihren Standpunkt übernehmen oder ihr den eigenen Standpunkt aufzwingen muss. Nein, es geht einzig und allein darum, ehrlichen Respekt zu zeigen. Nur so geht die Wut weg. > >Ich glaube, ich steige in solche Diskussionen immer so hart ein (und sorry, wenn auch das plump und belehrend wirkt. Wenn Du das gerade nicht brauchen kannst, verstehe ich das und wir lassen es lieber), Nee, alles super, das Schweigen bzw das Gefühl , schweigen zu müssen aus Angst, verurteilt zu werden, hat mich kaputt gemacht. Respektvolle Konversationen haben mich heile gemacht :) Ja, auch hier. >weil der Grund, dass diese Themen so die Gemüter erhitzen, nicht in der Sache an sich liegt, sondern daran, dass der konservative Politik- und Medienkomplex diese Themen mit industrieller Routine zu einer Bedrohung aufbläst, die es zu bekämpfen gilt. Total ironisch: Ich will überhaupt nicht darüber kämpfen, ob Elba als MaA okay ist - persönlich juckt es kaum, wenn er seine Sache gut macht, und hänge doch hier rum und tippe... > >Die Irritation über sowas ist schon so normal, dass in solchen Diskussionen komplett vergessen wird, dass auch die Konservativen eine Ideologie haben, der unter anderem eben die fast komplett weiße Riege an He-Man Charakteren zu verdanken ist. > Also ich vergess das nicht. Im Gegenteil, ich sah ja schon viel früher eher immer die ideologischen Ansätze von rechts und wurde dann wütend. Dass man aber auch mal in der eigenen Bubble Ideologie erkennen kann und sollte, is für mich ganz was Neues. Und diesen Standpunkt vertrete ich auch weiterhin: Die Fehler nur beim anderen zu suchen und eigene nicht einzugestehen, bringt nix voran. >Ich will da auch gar nicht weiter predigen, aber Some More News haben ein paar exzellente Videos dazu, wie Woke Hollywood wirklich ist (https://www.youtube.com/watch?v=pMu6KKotJnI), wie Moral Panics konstruiert werden (https://www.youtube.com/watch?v=oAeKAJFrb0w) und geht am Beispiel von Critical Race Theory (https://www.youtube.com/watch?v=UZhW1k_m7OY) auf die Mechanismen ein. > Danke, schau ich mir mal an beizeiten. Is ne Menge Holz. > > > >Gerade letzteres Video zeigt, wie wenig diese Outrage wirklich aus der "Mitte der Gesellschaft" kommt. Vielleicht ein bissl viel auf einmal, aber weil ich Sorge habe, Leuten auf den Sack zu gehen, ist es vielleicht hilfreicher, andere Quellen vorzuschieben, die verdeutlichen, aus welcher Richtung ich auf diesen Themenkomplex blicke. Die Scheise hängt ja leider komplett zusammen. Aus beiden Richtungen mit ehrlichem Respekt draufblicken halte ich für sinnvoller. > >>Leute wollen nicht vorgeschrieben bekommen, wie sie zu denken haben. Man sollte sie stattdessen zum Denken animieren. > >Das ist auf jeden Fall ein guter Ansatz, aber in Casting-Fällen wie diesem hier wird einem doch nichts vorgeschrieben? Und doch können solche Änderungen Ärger hervorrufen. Wenn man den Grund dafür sucht, kann man zu dem Schluss kommen, dass einem doch was vorgeschrieben wird, nämlich: "Es soll dir egal sein. Ist es dir nicht egal, bist du falsch." Das mag total dumm klingen, aber lies dir einfach mal den Wikieintrag zu "Reaktanz" durch und du wirst verstehen, dass die Wahrnehmung bzw das Gefühl ausschlaggebend ist. Es herunterzuspielen oder nicht zu respektieren führt zu Widerstand. [https://de.m.wikipedia.org/wiki/Reaktanz_(Psychologie)] >Da wird nur was sichtbar gemacht. Und wie Du selbst ja schilderst, hast du ein sehr diverses Umfeld und daraus Toleranz gelernt. Aber weißt du, warum? Weil das beidseitig geschah. Auch mir ggü war man tolerant. Ich wurde nicht abgewertet, ich wurde gehört, ich bekam Respekt. So läuft der Hase. Erst jetzt kann ich 100% felsenfest sagen, dass ich gegen jede Art der Diskriminierung bin, denn diese Haltung entwickelte sich nicht durch Belehrung, sondern durch Empathie. Und jetzt frag dich selbst, auch wenn das folgende Beispiel sehr sehr dünn und irrelevant wirken mag: Ist es empathisch, einen weißen gegen einen schwarzen Charakter zu tauschen? Tauscht man dadurch nicht eine Sichtbarkeit gegen eine andere? Versuch das ganz ehrlich und nüchtern zu betrachten, ohne die systemischen Ungleichbehandlungen oder die Tatsache, dass MotU zu 99% weiß ist, mit einzubeziehen. >Was, wenn nicht Sichtbarkeit, ist das? Ich bin auf dem blütenweißen Land aufgewachsen und während mir, Wokie McMarx, nach 25 Jahren Stadtleben immer noch extra auffällt, wenn jemand Schwarzes den Raum betritt, haben meine Kinder diesen Reflex nicht. Das ist etwas Gutes und durch Sichtbarkeit entstanden. > Und das unterschreibe ich zu 100%. Das Fremde verliert seine beängstigende Wirkung, wenn es vertraut wird (hab ich mir grad ausgedacht). Mir hilft eben die Erkenntnis, dass wahrer, ehrlicher Respekt jeder verdient hat, genauso, wie auch ich ihn verdient hab. Wenn man der Meinung ist, man selbst habe keinen Respekt verdient, kann man auch keinen wahren Respekt vor anderen haben. Es ist dann nur geheuchelter oder anerzogener Fake-Respekt. >Besten Gruß und weiter alles Gute, >Alex Danke. Mir gings noch nie besser. |
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