Die große Geschichte - die Suche nach der Föderation - geht auch in der vierten Episode weiter, wenn auch minimal. Haupt- und Nebenplot sind dabei sehr gewöhnlich und dadurch spannungsarm, aber immerhin noch nicht wirklich ärgerlich (ich warte ja fast auf den deutlichen Qualitätsabfall :-D). Weiterhin schwer tut sich DISCOVERY jedoch mit dem eigentlichen Zentrum von STAR TREK, der Crew.
Details: Zeit verschwendet die Serie nach der Enthüllung der eigentlich nicht möglichen Mensch-Trill-Vereinigung letzte Folge nicht und klärt die Sache auf. Okay, eigentlich nicht, aber Adira wird zum Trill-Planeten geflogen (Sporenantrieb sei Dank), wo man schon zehn Lichtjahre gegen den Sonnenwind riecht, dass die Trill not amused sein werden über diesen Frevel. Also ein vorhersehbarer und damit etwas nerviger Konflikt auf einem Planeten, für den offensichtlich kein Geld übrig war:
Das Shuttle landet in der Natur mit blau gefärbten Sträuchern (warum nicht beamen? Damit man die gerenderte Rumpelkammer von Schiffshangar zeigen konnte?), die Trill-Oberen bilden kein Empfangskommitee, sind dann wie erwartet bitchy und ein paar Verwirrungen später später liegt Adira in der ziemlich enttäuschenden heiligen Grotte ("die ist da hinten") auf Selbstfindung. Ist das übrigens alles kanonkonform? Ken Bock jetz, auf Memory Alpha zu recherchieren.
Natürlich musste Michael dabei, denn der Doc hatte schon einen platten Eingangsmonolog - das muss für ihn reichen -, und kann sich dann easy auch ins Bewusstsein von Adira einklinken. Da gibt's dann nett-surreales Licht-CGI, "Stelle dich deinen Ängsten"-Blabla und am Ende ist Adira mit ihren anderen Wirten verbunden. Ich war gerührt - nicht.
Der Vorgängerwirt war ihr tragisch bei einem Unfall verstorbener Geliebter (und sie übernahm dann den Symbionten), den sie aber jetzt als Halluzination sieht. Ächz! Zu dick aufgetragen finde ich, dass die Darstellerin von Adira, Blu del Barrio, sich als nichtbinär identifiziert UND der Darsteller von Adiras Geliebtem (Ian Alexander) auch Transgender ist. Und hier wird sich quasi eine ganze Folge mit einer bzw. zwei neuen Figuren beschäftigt, während die alte Brückencrew teils immer noch extrem farblos ist!
Womit man beim Nebenplot ist: Die Crew ist durch den 1000-Jahre-Sprung verständlicherweise psychisch angeknackst. Aber das wird nicht langsam entwickelt oder als wichtiges Story-Element benutzt, sondern in einer Eingangssequenz vom Doc aus dem Off diagnostiziert. Also macht Saru mit Hilfe der sich durch die Sphärendaten in der Schiffsdatenbank weiterentwickelnden Bord-KI (sie redet jetzt etwas flapsig, hui) ein gemeinsames Abendessen für den Inner Circle. Da bricht es dann aus Detmer heraus, was ja immerhin die letzten Folgen schon angelegt wurde, und es gibt Streit mit Stamets, der zudem gegen Tilly bitcht.
Am Ende wird wie so oft ein "archaisches" US-Unterhaltungsprodukt der Erde zur Seelenheilung genutzt: Ein Stummfilm mit Buster Keaton. Alle lachen bei der öffentlichen Filmvorführung und alle vertragen sich wieder und Detmer gesteht dem Doc ihre Probs. Wahrscheinlich ist das damit alles beigelegt und die Crew aus zweiter Reihe ist weiterhin farblos as fuck.
Tja, das klingt jetzt alles ziemlich negativ, aber wie gesagt war's noch erträglich. Nur sollte man eine ruhige Episode dann auch mal nutzen für Figuren, die seit zwei Staffeln an Bord sind, und nicht alles in neue Charaktere buttern, weil die vielleicht ach so progressiv sind.
PS: Hm, ob es in der Staffel eigentlich einen zentralen Schurken geben wird?