Thema:
#33 The Apartment (1961) flat
Autor: DJS
Datum:30.08.20 19:58
Antwort auf:Projekt "Oscar" von DJS

"Das Appartement" oder "Das Apartment"

[https://www.imdb.com/title/tt0053604/?ref_=nv_sr_srsg_0]

Stream:

[https://www.werstreamt.es/film/details/7755/das-appartement/]


Baxter (Jack Lemmon) ist Angestellter in einem großen Versicherungskonzern in New York. An manchen Abenden verleiht er sein Appartement an leitende (verheiratete) Angestellte, damit sie sich mit ihren Geliebten treffen können. Baxter verliebt sich in die Fahrstuhlführerin Fran (Shirley MacLaine) und... ab hier will ich nichts spoilern. :)

Der letzte "echte" Schwarzweißfilm der einen Oscar gewonnen hat. Natürlich gab es danach noch "Schindlers Liste" und "The Artist", sie waren aber aus künstlerischen Gründen schwarzweiß. Wobei ich mich eh frage, warum es noch so lange Schwarzweißfilme gab. Bereits 1940 gewann als erster Farbfilm "Vom Winde verweht", 20 Jahre später liefen trotzdem noch (zumindest teilweise) Schwarzweißfilme in den Kinos.

Ich hab von dem Film vorher nie etwas gehört, obwohl er starbesetzt ist und mit Billy Wilder einen nicht gerade unbekannten Regisseur hat. Aber ich bin halt ein Noob, deswegen schaue ich ja die Filme, um zu LERNEN! :)

Im Prinzip ist es eine romantische Komödie, der Film hat aber auch sehr ernste Momente um kurz danach wiederum zu einer Satire zu werden. Als Ganzes funktioniert der Film imo aber richtig gut, die verschiedenen Genres wirken nie aufgesetzt und verschmelzen zu einem gelungenen 2-Stunden-Streifen. Jack Lemmon hat seine lustigen Szenen in denen sich der Slapstick zum Glück im sehr engen Rahmen hält. Und Shirley MacLaine fand ich mega süß in dem Film. :)

Aus heutiger Sicht gibt es, wie so oft in den alten Filmen, Szenen, bei denen man ungläubig mit dem Kopf schüttelt. Es spielt ein Schwarzer in dem Film, er darf keinen Ton sagen und putzt dem Boss die Schuhe, der Boss wirft ihm danach eine Münze zu, der Mann verschwindet. Völlig unnötige Szene, warum baute man sowas ein?
Wie Frauen dargestellt werden ist auch wieder "leicht" fragwürdig. Ein Mann schlägt einer Frau beim Verlassen des Fahrstuhls mit einer Zeitung auf den Hintern. Und alle im Fahrstuhl finden das supi lustig, hihi. Immerhin beschwert sich die Frau, aber auch nur auf eine nicht ganz ernst gemeinte Art und Weise. Ansonsten sieht man wie alte, unattraktive Männer mit jüngeren Frauen unterwegs sind und sie für Sex beschenken. Naja, ordnen wir es unter "andere Zeiten" ein...

Wenn man es ausblendet sieht man einen interessanten Film, den ich etwas unglaubwürdig fand, deswegen "nur" 7,5 von 10.

Wie immer noch (Un)Interessantes zum Schluss:

- Musik: Adolph Deutsch. Ich bin ein einfacher Mensch, ich musste lachen. :D

- fünf Oscars insgesamt

- KEINE Romanverfilmung. CRAZY!!! Wilder hat 1945 einen Film gesehen, in dem ein Mann sein Appartement an Pärchen verleiht. Er fand es spannend sich die Person anzuschauen die so etwas tut und so kam ihm die Idee zum Film.

- Witzige Zahlenspielerei am Anfang: 8 Millionen Einwohner in New York, wenn sich alle Kopf an Fuß hintereinander legen würden, würde es bis Indien reichen.

- Jack Lemmon kuckt Fernsehen. Es wird ein Film anmoderiert "Ein Klassiker mit Garbo und John Barrymore", ich weiß sofort dass "Menschen im Hotel"/"Grand Hotel" gemeint ist. In diesem Moment fühlte ich mich wie der Film-Pro schlechthin, Mann war das geil. :D

- Selbe Szene: "Aber vor dem Film noch kurz Werbung." Lemmon schaltet um, Western. Zappt weiter, Western. Weiter geht's, Western. Zuerst fiel mir auf, wie viele Sender es damals schon gab. Und dass die Leute wie auch heute schon einfach wild rumgezappt haben. Mit einer Fernbedienung die auf einem kleinen Tische stand und wie ein Telefon aussah...

- deutsche Blu-ray habe ich nicht gefunden, meine hatte nur die englische Tonspur, auch nur englische Untertitel. Strange.

- beide Hauptdarsteller waren für den Oscar nominiert, haben aber nicht gewonnen.

- 3M gekostet, 25M eingespielt, nicht so schlecht.

- Neben "Menschen im Hotel" gibt es noch eine Anspielung auf "The Lost Weekend", Wilders Oscar-Gewinner 1946.

Und nun weiter zu West Side Story, den ich heute Nacht zur Hälfte geschaut hab. Es war kein Vergnügen. Buahahaha


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