| Thema: |
|
||
| Autor: | deros | ||
| Datum: | 04.07.23 17:39 | ||
| Antwort auf: | Final Fantasy XVI von Spyro2000 | ||
Hab's beendet und, hm, naja, joa. Ich hab viel Spaß mit dem Spiel gehabt. Alle Sidequests gemacht. Alle Notorious Marks bekämpft. Aber eigentlich lässt es mich hauptsächlich frustriert zurück. - Kampfsystem: Macht Spaß, ist eingängig, trägt sich meiner Meinung nach aber einfach nicht über die gesamte Spielzeit. Zu sehr hatte ich das Gefühl, dass ich eigentlich immer nur Schema F abspiele und sich alle Kämpfe, selbst die Bosse, eigentlich so ziemlich gleich anfühlen. Verstehe nicht, warum es nur einen Basisangriff gibt, warum es nur einen Basismagieangriff gibt, weshalb es nur eine Waffe gibt. Es hilft auch nicht, dass das Spiel wahnsinnig leicht ist und viele Optionen, die das Spiel schwerer und tiefgründiger machen, aus irgendwelchen Gründen hinterm NG+ versteckt sind. (Ich bin auch einfach kein Fan von diesen QTE-Zwischensequenzen während der großen Kämpfe, das gibt mir einfach nichts) - Story: Man weckt diesen Eindruck, dass FFXVI eine Matsuno- oder GoT-artige Geschichte über vielschichtige politische Intrigen erzählen würde, in Wahrheit ist das alles aber nur Zentimeter dünn und letztendlich genauso belang- wie bedeutungslos. Abgerundet von einem der langweiligsten Antagonisten der Serien-Geschichte. - Charaktere: Eigentlich einer der Highlight-Punkte des Spiels, frustriert und ärgert es mich ungemein, wie kacke das Spiel seine weiblichen Hauptfiguren behandelt. Sei es Clives und Joshuas Mutter, die einfach nur cartoonhaft böse ohne jeglichen Tiefgang ist, Benedikta, die nicht nur eine Vergewaltigungsopfer-Backstory hat sondern in allen Nicht-Kampfszenen als Sex-Objekt verschiedener Charaktere behandelt wird, und last but not least Jill, die zwar DIE weibliche Hauptfigur ist, aber unglaublich passiv agiert und hauptsächlich nur als Clives Love Interest existiert. Was soweit geht, dass sie am Ende - Thematik: Ein Schlüsselthema im Spiel ist Rassismus und das Handling dieser Thematik ist schlicht und ergreifend nicht gut. FFXVI will ein Spiel für Erwachsene sein, aber es verharrt dann trotzdem auf den Rassismus-Shonen-Klischees für 12-jährige. Es gibt eine late game Sidequest mit einem der wichtigeren Nebencharakteren, die seine Erfahrung mit Rassismus behandelt, und die so schlecht und naiv aufgelöst wurde, dass ich einfach nur tief seufzend vor dem Fernseher saß - Pacing: Das Spiel liebt es in Szenen wie die unten von Jassi beschriebene mit Tempo 300 in eine Betonwand zu rasen. Im einen Moment hast du noch ein wahnsinnig spektakuläres Setpiece, im nächsten bist du wieder im Hideaway, wo du zum hundertsten Mal von Otto zu Charon zu Harpocrates zu Vivian zu Blackthorne geschickt wirst und ich mich jedes Mal aufs neue frage, wer dieses sinnlose Rumgelaufe für eine coole Idee hielt. Es geht aber Hand in Hand mit einem anderen Problem: Während die Main-Storymissionen und die Setpieces ganz toll sind, wirkt alles dazwischen wahnsinnig unterentwickelt. Vieles wirkt als würde es nur existieren, damit es sich mehr wie ein RPG anfühlt. (Shoutout an die ganzen Crafting-Items, mit denen man andauernd belohnt wird, obwohl man (in Relation zur Spiellänge) kaum was craften kann) Welt: Ich hab kein Problem mit linearen RPGs, aber worauf ich einfach kein Bock mehr habe, sind Landschaften, in denen ein kleiner Bach und eine kleine Klippe bereits zu unüberwindbaren Hindernissen werden, die man nur auf einem ganz bestimmten, eng vom Spiel vorgesehenen Pfad umschreiten kann. Ich fand außerdem, dass kaum ein Ort im Spiel sich wirklich "bewohnt" anfühlte. Das wirkte meist eher wie schwaches Windowdressing. Und die Sidequests, ohje, zum größten Teil spielerisch wie von ihrer Geschichte her ziemlich spaßfrei. Dafür gibt's dann aber die paar Ausreißer nach oben... |
|||
| < antworten > | |||