Thema:
Blasphemous - das bessere Hollow Knight flat
Autor: Killersepp (deaktiviert)
Datum:23.06.23 17:19
Antwort auf:Durchgezockt Nr. 40 - Vorhang zu und alle Fragen offen von Schlomo

Ich hatte dieses Spiel damals beim Release eher ignoriert, weil das wenige, was ich davon gesehen hatte, eher einen edgy-tryhard Eindruck hinterließ. Letzten Monat gab es ein Metroidvania-Bundle, dass ich mir eigentlich nur wegen Bloodstained geholt habe, Blasphemous war auch dabei. So kann man sich täuschen - denn aus "kannste ja mal anspielen" wurde dann direkt ein 100%-Run :D  
Ja, es ist "edgy" - aber ganz bestimmt nicht tryhard. Denn zusammen mit dem wohl heftigsten 2D-Gore, den ich in einem Spiel je gesehen habe, hat Blasphemous wohl auch die schönste Pixel Art-Grafik, die ich je in einem Spiel gesehen habe. Stellt IMO selbst Sachen wie Hyper Light Drifter in den Schatten. Die Atmosphäre ist einfach unbeschreiblich, und schöpft mit vollen Händen aus der Spanischen Kultur.

Spielerisch wurden die Dark Souls-Einflüsse, Gott sei dank, auf ein absolutes Minimum zurückgefahren. Also genau der Aspekt, der mich bei Hollow Knight so sehr gestresst hat, das ich das Spiel - trotz all seiner Stärken - nach 30 Stunden frustriert abgebrochen habe. Ansonsten ist Blasphemous strukturell sehr ähnlich und genau so offen wie HK - allerdings mit einer deutlich kleineren und kompakteren Spielwelt (von der Größe her vergleichbar mit dem 2. Oni, würde ich sagen). Die Bosse sind, bis auf eine Ausnahme, auch bei weitem nicht so langatmig und frustrierend, sehen dafür aber besser (und kränker, lol) aus.
Perfekt ist das Spiel sicherlich nicht - insbesondere am fehlendem Feinschliff merkt man, dass ein doch sehr kleines Team dahinter steckt. Die glitchige Leiterphysik z.B. hätte mich an ein paar Stellen fast zur Weißglut getrieben - dass ich mich trotzdem durchgebissen habe, zeugt wohl davon, wie verdammt gut der Rest des Spiels ist.


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